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Auf den Tag…

Genau, vergingen drei Monate – zwischen dem ersten Treffen und der Feststellung : Yeah, er ist ein Arschloch.

Er hat vielleicht nicht gelogen. Er hat mich nie versetzt.  Aber er hat das getan, was ein Mann nur einmal bei mir macht und nie wieder.

Er hat mir ins Gesicht geschlagen. Und nicht nur das. Er tat mir auch anderweitig weh und hörte auch nicht auf, als ich sagte, lass es. Du tust mir weh.

Und zwar aus dem einfachen Grund, das er einen blöden Spruch abgelassen hat und ich Contra gab. 

Und dann traut er sich, einen Tag später , nachdem ich meine sieben Sachen gepackt habe und gegangen bin,  auch noch zu fragen, welche Laus mir über die Leber gelaufen ist. 

Das war dann für 2016 mein letzter Versuch.

Mein Bedarf an Arschlöchern ist definitiv gedeckt. 

Ich vermisse dich unglaublich 

Du warst immer für mich da. Du warst es, der ich damals  als erste anvertraut habe,  dass ich schwanger bin. Noch vor meiner Mutter.

Du warst es, zu der ich immer kommen konnte, wenn ich ein Problem hatte.

Du warst es, mit der ich von einem Café ins nächste zog und Kaffee für Kaffee trank.

Du warst es, mit der ich meine Sammlung,  meiner Ohrringe, stetig erweitert habe.

Du warst es, die meinen schwarzen Humor verstanden hat, denn du hattest selbigen.

Du warst es, die vor kurzem gesagt hat, du hast nicht vor zu sterben. Das passt nicht in deinen Plan vom Leben.

Du warst es, die bei meinem letzten Besuch gesagt, ich soll nicht so schauen, wir sehen uns noch oft wieder.

Du hast es versprochen.

Vor zwei Tagen wollten wir telefonieren.  Du meldest dich, hast du gesagt.

Aber es kam nichts. Gestern hast du geschrieben, wir telefonieren die Tage…

Jetzt ist es zu spät.

Heute die Nachricht. Du bist gestorben. Und ich konnte es nicht glauben. Ich glaube es noch immer nicht. Ich will es nicht glauben. Immer wieder sehe ich mir die letzten Worte,  von unserem WhatsApp Verlauf an…

wir telefonieren die Tage 

Und ich bereue es so sehr, dass ich nicht einfach angerufen habe.

Du warst nicht nur meine Tante. Du warst viel mehr für mich. Du warst wie eine Mutter für mich. Und du wirst mir so unendlich fehlen.

Danke. Danke für alles.

😢

16 Jahre später

Es ist einige Zeit vergangen und den Herren, der meinte sich entschuldigen zu müssen, musste mein Leben auch ganz schnell wieder verlassen. Denn so wirklich sagen, was er wollte, konnte er mir nicht. Und davon hatte ich wahrlich genug. Und seither habe ich auch keine Anstalten gemacht, einen weiteren Reinfall kennen zulernen.

Und dann, vor circa 2 Wochen, bekam ich eine Freundschaftsanfrage auf dem großen blauen Gesichtsbuch geschickt. Annehmen .. nicht annehmen? Ich kannte ihn. Ich kenne ihn sehr gut. Es sind 16 Jahre vergangen. 16 Jahre, seitdem wir das letzte Mal Kontakt hatten und ich erinnere mich daran, als wäre es Gestern gewesen. Denn schon damals war ich eine Meisterin in „Scheiss Ideen“ haben.

Wie dem auch sei … ich starrte auf die Anfrage und schloss Facebook, ohne sie anzunehmen oder abzulehnen. Unzählige Male öffnete ich sie wieder und überlegte …. Annehmen oder ablehnen?! Mein Verstand sagte mir, lehn ab. Der Rest von mir sagte, nimm an. Und da ich inzwischen weiß, dass mein Verstand auch nicht immer Recht hat, aber der Rest von mir auch nicht, nahm ich einfach an.

Und dann begann das Spielchen. Er schrieb mich zuerst an, ein wenig Smalltalk ein wenig bla bla und dann die Frage, wann wir uns denn mal wiedersehen.  Da ich wusste, dass er ein Ladenlokal besitzt, schlug ich vor, dass ich doch einfach mal mit einer Freundin vorbei schaue. Gesagt, getan. Zwei Tage später, saßen wir da.

Es herrschte peinliches Schweigen, was irgendwann etwas nachließ und dann fragte er: „Erinnerst du dich noch als ich … “ Ich schaute ihn nur an und lenkte geschickt vom Thema ab.

Zu Hause bekam ich weitere Nachrichten. Es hatte ihn gefreut mich zu sehen und er würde mich gerne wiedersehen. Und in diesem Moment wurde mir klar wo dies enden würde.

Und so endete es gestern Abend auch. Bei einer Flasche Wein, Gesprächen über früher und ohne Klamotten – in den Armen liegend.

Es endete mit der Erkenntnis, dass 16 Jahre manchmal nichts ändern. Das dieser Mann unglaublich gut für mein geschrottetes Selbstbewusstsein ist ( an dieser Stelle, herzlichen Dank an meinen Ex Nummer 2, der grandioses dazu beigetragen hat). Und der Erkenntnis, dass ich nichts zu verlieren habe, wenn ich einfach mal mache, ohne darüber nachzudenken, ob es nun eine scheiß Idee ist oder nicht.

Zuletzt sei gesagt, es war eine wirklich scheiß Idee, aber eine verdammt gute, die nach einer Wiederholung schreit.

Neues Jahr …

Neuer Versuch ….

Im letzten Monat, des letzten Jahres , startete ich einen letzten Versuch das Glück zu finden. Er war nett. Zu nett. Er war ehrlich. Zu ehrlich? Das was er mir in zwei Stunden des Treffens erzählt hat, Respekt. Aber wollte ich so viel Ehrlichkeit direkt wirklich?! Ich habe mich immer über die Unehrlichkeit beschwert, die mir entgegengebracht wurde, das stimmt schon. Aber muss man wirklich beim ersten treffen, alle seine Leichen aus dem Keller holen? Ich weiß nicht so recht. 😕

Wobei seine Ehrlichkeit nicht das war, was mich davon abhielt, ihn noch einmal wiederzusehen . Eher seine nette Art.  Sicher, mein Bedarf an Mister Wrong ist mehr als gedeckt, aber jemanden der zu allem ja und amen sagt, den brauche ich auch nicht. Und jemanden, der von mir erwartet, dass ich ihn nach einem Treffen, auf irgendeine  Weise emotional an mich heran lasse, der ist bei mir komplett falsch. So in etwa hab ich ihm das auch gesagt, und er verschwand auf nimmer wiedersehen.

Shit happens – again.

Neues Jahr … Neuer Versuch?!

So langsam aber sicher, geht mir das allein sein auf das Gemüt, vorsichtig ausgedrückt.